Oh, was waren das wieder Tage voller Freude, Zusammensein, kurze Nächte, viel gutes Essen und noch mehr Alkohol. Ich liebe die Zeit zwischen den Jahren, alles, was dazugehört. Auf den Stress davor könnte ich verzichten, aber offenbar gehört auch der irgendwie dazu.
Natürlich schlägt das auf den Körper. Schliesslich bin ich auch keine 20 mehr. Ich bin schneller müde, brauche länger, um mich zu erholen, und merke ziemlich klar, dass meine Leber in dieser Zeit ordentlich zu tun hatte. Kein Drama, eher eine nüchterne Feststellung. Und genau deshalb fühlt es sich jetzt richtig an, dem Körper etwas mehr Unterstützung zu geben.
Detox wird für mich genau hier interessant. Nicht als Gegenprogramm, nicht als Verzichtsübung und schon gar nicht als moralische Korrektur. Sondern als Entlastung nach einer intensiven Phase. Ich will nichts „rausziehen“ oder reparieren. Ich will es dem Körper einfacher machen.
Die Leber arbeitet ohnehin ständig. Sie verarbeitet Alkohol, Hormone, Medikamente, Stoffwechselprodukte – Tag für Tag, ohne grosses Aufheben. Nach Phasen mit viel Input hilft ihr kein Aktionismus, sondern weniger zusätzliche Reize. Einfacheres Essen, wieder regelmässigere Mahlzeiten, ausreichend Flüssigkeit, etwas mehr Schlaf. Kein Reset, eher ein sanftes Runterfahren.
Im Alltag zeigt sich das bei mir ganz pragmatisch. Ich greife wieder öfter zu bitteren Pflanzen, einfach weil sie mir guttun. Mariendistel, Artischocke oder Löwenzahn sind nichts Exotisches, sondern altbewährte Begleiter der Leberarbeit. Brennnessel oder Schafgarbe passen gut dazu. Meist als Tee, warm, leicht bitter, unaufgeregt. Kein Ritual, kein Programm – eher ein Mitlaufenlassen im Alltag. So wie Pfefferminz bei Schnuppen und Kamille bei Bauchweh.
Ausschwemmen verstehe ich dabei nicht als Spülen. Damit Stoffe ausgeschieden werden können, muss der Weg stimmen. Die Leber gibt sie an den Darm ab, dort entscheidet sich, was tatsächlich rausgeht. Wenn die Verdauung träge ist oder Flüssigkeit fehlt, stockt dieser Prozess. Deshalb bringt es wenig, an einzelnen Stellschrauben zu drehen. Entlastung funktioniert nur im Zusammenspiel. Je einfacher der Input, desto besser läuft der Output.
Was mich an dem ganzen Thema irgendwann wirklich interessiert hat, ist die Ebene darunter. Nicht, weil ich alles erklären will, sondern weil ich verstehen wollte, was im Körper während solcher Entlastungsphasen eigentlich passiert. Dabei bin ich unter anderem bei den Nukleotiden hängen geblieben. Ein Thema, das kaum jemand mit Detox verbindet, das aber genau dort Sinn ergibt.
Nukleotide sind grundlegende Bausteine für Zellteilung und Regeneration. In der klinischen Ernährung spielen sie schon lange eine Rolle, vor allem dann, wenn der Körper viel erneuern muss – etwa im Darm oder im Immunsystem. Studien zeigen Zusammenhänge mit der Regeneration der Darmschleimhaut und der Immunfunktion. Für mich passt das gut zu diesen Phasen nach intensiven Zeiten. Wenn der Körper runterfährt und repariert, braucht er nicht nur Ruhe, sondern auch Material.
Auch CBD ordne ich genau dort ein. Nicht als Entgifter und nicht als Lösung für alles. Was mich daran überzeugt, ist der regulatorische Ansatz. Cannabidiol wirkt über das Endocannabinoid-System, das an Stressverarbeitung, Entzündungsprozessen und Schlaf beteiligt ist. Diese Zusammenhänge sind gut untersucht. Dass CBD nicht berauschend wirkt und kein Abhängigkeitspotenzial zeigt, ist ebenfalls belegt. Für mich erklärt das, warum es im Alltag oft an Punkten ansetzt, die mit Entlastung und Erholung zu tun haben.
Wenn ich Detox so betrachte, verliert das Thema viel von seinem ganzen Ballast. Es geht nicht um Kontrolle und nicht um Selbstoptimierung. Es geht darum, nach intensiven Phasen Raum zu schaffen, damit der Körper wieder sauber arbeiten kann. Ein bisschen weniger Input, ein bisschen Unterstützung, ohne Zwang und ohne grosse Gesten. Genau so fühlt sich Detox für mich stimmig an.
In diesem Sinne: Ein wunderbarer Start in ein glückliches und gesundes Jahr wünscht Euch
Eure Hannah
